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Das Thema von Aristophanes bekanntestem Lustspiel „Lysistrata“ ist immer noch aktuell: Der ewige sinnlose Drang der Männer, zu kämpfen und Kriege zu führen, brachte schon im alten Athen die Frauen in Rage. Unter der Führung der ebenso klugen wie energischen Lysistrata übernehmen die Frauen die Macht zu Hause, während die Männer wieder einmal ihre Kraft im nutzlosen Kriegsspiel vergeuden. Als die Männer zurückkehren, finden sie die Burg samt Waffen und Staatsschatz von den Frauen besetzt. Aber was noch viel schlimmer ist: Auch in den Ehebetten ist Krieg angesagt, denn die Frauen haben beschlossen, sich den Männern so lange zu verweigern, bis diese ihrer Kampfeslust abschwören. Dass dieser Liebesentzug zu allerlei Spannungen führt und die Gefühle auf beiden Seiten manchmal kaum zu bremsen sind, lässt sich denken. Auch die Verstärkung aus dem Ausland richtet wenig aus, obwohl die Männer zu allerhand mehr oder weniger raffinierten Mitteln greifen, um die Frauen zurück zu gewinnen. Schließlich scheint der Plan der Frauen zu gelingen: Die Männer, durch den „Weiberstreik“ mürbe gemacht, geben auf. Bei einem großen Fest soll die Versöhnung gefeiert werden…Ob am Ende wirklich alles gut wird?

 

Mit der Wiederaufnahme ihres Erfolgsstücks bietet die Festspielgemeinschaft ihrem Publikum ein pralles und witziges Theatererlebnis auf dem Ludwigsberg. Die Autoren Johannes Reitmeier und Thomas Stammberger verlegen mit ihrem bewährten Bühnenkonzept der „Klassiker auf bairisch“ die Handlung in ein kleines bajuwarisches Dorf. Galten doch auch unsere Vorfahren keineswegs als friedfertig. Zwischen Pfahlbauten und Palisaden erleben Sie einen „Weiberstreik“ auf Bairisch. Dass es dabei manchmal derb, vielleicht auch schlüpfrig zugeht, aber niemals langweilig, ist gewiss. Und wer in unseren in Felle gekleideten Vorfahren auch Anspielungen auf Figuren aus einer sehr populären Comic-Serie entdeckt, wird seine Freude daran haben, wie ein durchaus ernstes Thema mit Witz und Ironie vor die malerische Kulisse einer Freilichtbühne mitten im Wald gebracht wird.