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RÜPELSPIEL UND ELFENSPUK – „Ein Sommernachtstraum“ bei den Waldfestspielen am Ludwigsberg

Helena liebt Demetrius. Demetrius jedoch liebt Hermia. Lysander liebt Hermia auch. Hermia liebt Lysander, soll jedoch Demetrius heiraten – oder ins Kloster gehen. Eine verzwickte Situation. Was also tun? Im Schutz der Nacht fliehen die vier Liebenden in den Wald. Dort regiert der Elfenkönig Oberon, der selbst mitten in einer Ehekrise mit seiner Frau Titania steckt. Doch weiß er schon, wie er sich an ihr rächen und sie zugleich wiedergewinnen kann: Sein Diener Puck soll ihm eine Wunderblume bringen, deren Saft - auf die Augen von Schlafenden geträufelt – bewirkt, dass sich derjenige beim Erwachen in das erste Lebewesen verliebt, das er erblickt. Auf diese Weise will Oberon auch die Liebesverwirrungen der unglücklichen Liebenden zum Guten wenden. Zu dumm nur, dass der närrische Puck es faustdick hinter den Elfenohren hat und zudem ein bisschen schusselig ist. Er produziert in kürzester Zeit das schönste Liebeschaos, in das auch die Eltern der Liebenden, die ihnen dicht auf den Fersen sind, hineingeraten. Gleichzeitig versucht auf einer Waldlichtung eine engagierte Truppe Handwerker, eine „tragische Komödie“ für die Hochzeit des Herzogs Theseus mit Hippolyta einzustudieren. Ein kompliziertes und nahezu aussichtsloses Unterfangen - umso mehr, da Oberon einen von ihnen in einen Esel verwandelt, in den sich Titania prompt verliebt. So nehmen die turbulenten erotischen Verwicklungen von Alt und Jung, Menschen und Elfen ihren Lauf. Erst als der Morgen graut, reiben sich alle erstaunt die Augen… War es am Ende nur ein Traum?

BUNT, DERB, KOMISCH UND POETISCH – UND WIE GESCHAFFEN FÜR DIE FESTSPIELGEMEINSCHAFT

William Shakespeares 1595 in London uraufgeführte Komödie wurde bei den Waldfestspielen zeitgemäß, witzig und frech ins Bairische übertragen. Kitschig-trachtig gekleidete Menschengestalten trafen dort auf skurrile, farbenfrohe Elfen und Fabelwesen. Johannes Reitmeier, langjähriger Regisseur der Festspielgemeinschaft und Intendant des Tiroler Landestheaters, und Co-Autorin Barbara Kerscher haben zusammen mit Kostümbildnerin Antje Adamson dabei ihrer Phantasie freien Lauf lassen und einmal so richtig auf die Pauke gehauen. Ein buntes, fröhliches Treiben mit Texten voll derber Komik, poetischem Charme und schlüpfrigen Zweideutigkeiten ganz im Sinne Shakespeares erfreute die Zuschauer auf dem Ludwigsberg.

Dazu passend hatte sich die Bühne in einen zauberhaften, grünen Urwald verwandelt – ein perfekter Ort für neugierige Elfen und Feen, Kobolde und Zauberwesen. Mit der Produktion von „Ein Sommernachtstraum“ hat die Festspielgemeinschaft nicht nur sich, sondern auch ihrem Publikum einen langgehegten Wunsch erfüllt. Die hochmotivierten Spieler jeden Alters konnten endlich wieder einmal ihr großes komisches Talent zeigen und lieferten mit der gewohnten Leidenschaft und Spielfreude erneut einen Theaterabend, wie er noch nie gesehen wurde!

 

Inszenierung Johannes Reitmeier
Kostüme       Antje Adamson
Maske          Katja, Sonja und Theo Hauser
Bühne          Festspielgemeinschaft unter der Leitung von Franz Bachl