2012 brachte die Festspielgemeinschaft Kötzting unter der Regie von Johannes Reitmeier einen weiteren Klassiker der Weltliteratur in bayerischer Mundart auf die Bühne. Johannes Reitmeier schuf zusammen mit Barbara Kerscher die Dialektfassung eines berühmten Dramas des spanischen Autors Federico Garcia Lorca (1898 – 1936). Das dreiaktige Drama „La Casa de Bernarda Alba“, also „Bernarda Albas Haus“, ist 1936 entstanden und schildert das Schicksal der Frauen einer Familie in einem andalusischen Dorf. Auf vielen Theaterbühnen der Welt hat dieses eindringliche Stück über die Rolle der Frau in der ländlichen Gesellschaft die Zuschauer fasziniert. Das bayerische ländliche Milieu vom Anfang des 20. Jahrhunderts erscheint wie geschaffen für die Umsetzung des Stückes auf der Waldbühne auf dem Ludwigsberg.

Inhalt:
Bayern um 1920, das ist auf dem Land eine streng geordnete Gesellschaft, in der alle ihren vorherbestimmten Platz haben. Oder doch nicht?
Bernarda, herrische Gutsbesitzerin, ist soeben Witwe geworden. Nun bestimmt sie hochmütig und grausam über das Leben in ihrem Haus, vor allem über das Leben ihrer vielen unverheirateten Töchter und ihrer alten Mutter. Alles hat sich ihrem strengen Regiment unterzuordnen. Die Außenwelt soll nicht hereingelassen werden.  Wichtig ist nur, was im Dorf über sie und ihre Familie erzählt wird. Trotzdem ist das Leben draußen quälend gegenwärtig im Dorfklatsch bösartiger Nachbarinnen. Aber auch in Bernardas Haus lassen sich die Leidenschaften nicht unterdrücken: Neid, Eifersucht  und Sexualität kochen in dieser geschlossenen Gesellschaft  hoch und führen wie in einer Spirale am Ende zur Katastrophe.

 

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